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Online-Sommerakademie 2026: Systemische Methoden praktisch vertiefen

Mit den Temperaturen steigt auch die Vorfreude auf unsere diesjährige neue Workshop-Reihe: Vom 07. bis 10. Juli 2026laden wir zur Online-Sommerakademie für (angehende) systemische Berater*innen und Therapeut*innen ein. In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF)bieten wir in der calaidoskop-Akademie vier praxisnahe Online-Fachtage an. Wir laden dazu ein, den eigenen Methodenschatz zu erweitern, neue Perspektiven zu gewinnen und die systemische Haltung weiter zu vertiefen.

Die Sommerakademie verbindet fachliche Weiterbildung mit dem Gedanken einer „Workation“: Lernen und Austauschen – und das Ganze flexibel und ortsunabhängig. Die Online-Fachtage richten sich insbesondere an Menschen in systemischer Weiterbildung ebenso wie an erfahrene Berater*innen, Therapeut*innen, Coaches und Fachkräfte aus psychosozialen Arbeitsfeldern.

Im Mittelpunkt stehen Methoden, die sich unmittelbar in die eigene Praxis integrieren lassen. Dabei verbinden wir fundierte Theorie mit Selbsterfahrung, Reflexion und vielen praktischen Übungen.

Themen der Online-Sommerakademie

Der erste Fachtag der Reihe widmet sich dem Thema Sexualberatung. Hier beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Sexualität in Beratungs- und Therapiekontexten offen und wertschätzend besprechbar werden kann.

Im Workshop Bilder sagen mehr als 1000 Worte – Metaphern in Beratung und Therapie üben wir in kleinen Gruppen praktisch, wie man Metaphern von Klient*innen aufgreift, selbst kreiert und hilfreich einsetzt.

Außerdem erproben wir Praktische Methoden in der Paar- und Beziehungsberatung. Mit deren Hilfe können Menschen in Beziehungen ihre Dynamiken neu betrachten und ihre Verständigung erleichtern. Dann können sie wieder in Kontakt mit dem kommen, was sie miteinander verbindet.

Im letzten Workshop Gedanken sehen lernen geht es um Mentalisierung. So nennt sich die Kunst, innere Gefühlszustände bei sich und anderen zu erkennen, selbstwertfördernd zu verstehen und sozial kompetent zu handeln. Wir lernen Methoden kennen, wie wir die Mentalisierungskompetenz unserer Klient*innen erhöhen können.

Die Online-Sommerakademie ist eine Gelegenheit, sich gemeinsam mit Kolleg*innen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern fachlich weiterzuentwickeln.

Wir freuen uns darauf, die Sommerakademie 2026 gemeinsam mit der DGSF zu gestalten. Unser Ziel: einen Raum für Lernen, Austausch und systemische Inspiration zu schaffen.

Die Anmeldung erfolgt hier – wir freuen uns.

podcast_sex_in_der_zukunft_calaidoskop

Welchen Sex bringt die Zukunft? – Ein Podcast über kluge Kondome, sexuelle Vielfalt, Toleranz und Achtsamkeit

Der Zukunftsforscher Michael Carl und unsere Sexualberater*innen Theresa Langlotz und Oliver Wolf stellen sich gemeinsam der Frage: Wie wird unsere Sexualität in der Zukunft aussehen? Was wird sich verändern? Oder bleibt doch alles beim Alten?

Die Rede ist von zwei Strömungen, die in Zukunft möglicherweise noch stärker auseinanderfließen werden: Der Strom derer, die an sich selbst und an ihre eigene sexuelle Performance den Anspruch stellen, imme Höchstleistungen zu erzielen – und der Strom, der viel Wert auf einen achtsamen Umgang mit sich selbst und der eigenen Sexualität legt.

Wenn Sie wissen wollen, was das „Smarte Kondom“ damit zu tun hat und welchen Beitrag die Erziehung unserer Kinder für den Sex der Zukunft leisten kann, dann hören Sie doch mal rein in Carls Zukunft der Woche – Folge 35 „Die Sexualität der Zukunft“.

Basson-Modell

Woher kommt die Lust? Über die weibliche Sexualität und das Basson-Modell

Aufgepasst liebe Partner*innen: Für Frauen geht es beim Sex nicht vorrangig um einen Orgasmus, sondern um körperliche und emotionale Intimität! Viele heterosexuelle Frauen kommen nur hin und wieder zum Orgasmus, 65 % um eine amerikanische Studie aus dem Fachblatt „Archives of Sexual Behavior“ zu zitieren. 95 % der Männer hingegen kommen immer. Das heißt aber nicht, dass Frauen keine erfüllende Sexualität erleben, nur weil sie im Durchschnitt seltener einen Orgasmus erleben!
Rosemary Basson hat den Versuch gewagt, die überaus komplexe weibliche Sexualität zu erklären.

Frauen, die oft wie aus dem Nichts Lust auf Sex haben, gibt es, aber sie sind eher in der Unterzahl. Besonders, wenn sie schon länger in einer Beziehung sind, nimmt das spontane Verlangen ab. Wenn Sie es von sich weniger oder gar nicht gewöhnt sind, spontan und einfach so Lust auf Sex zu haben, dann funktioniert Ihre Sexualität wahrscheinlich responsiver als die anderer Frauen – was heißt das?

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Sie sitzen entspannt auf dem Sofa und lesen einen erotischen Roman. Ihnen gefällt, was Sie da lesen und es erregt Sie. Sie lassen diesen Gedanken zu, weil Sie sich damit wohl fühlen. Sie legen das Buch weg und wenden sich Ihrem Partner/Ihrer Partnerin zu. Ihre sexuelle Begegnung befriedigt Sie. Sie fühlen sich gut. Vielleicht erleben Sie als Bonus einen oder mehrere Orgasmen.

So oder so ähnlich läuft die weibliche Sexualität ab. Frau nimmt einen Reiz aus ihrer Umwelt wahr, der sie körperlich und psychisch erregt. Vielleicht können Sie mit Erotikromanen nichts anfangen und finden es eher sexy, wenn Ihr Partner für Sie kocht. Es kommt dabei auf Sie und die Situation an, welche Reize Sie im Moment erregend finden. Entscheidend ist, wie es Ihnen im Moment geht (ob Sie beispielsweise gestresst oder entspannt sind), die Situation (die Kinder sind noch wach und Sie möchten nicht, dass sie Sie hören), Ihre sexuelle Vergangenheit und viele weitere Dinge. Liebe Partner*innen: Hier kommt ihr ins Spiel! Sie kennen Ihre Partnerin. Sie wissen, was ihr gefällt und was sie anmacht. Dann nehmen Sie es doch in die Hand und sorgen Sie dafür, dass sie Lust bekommt! Vielleicht stellen Sie gerade fest, dass Sie eigentlich gar nicht so genau wissen, was Ihre Partnerin sexy findet. Dann wird es wohl höchste Zeit, das herauszufinden!

Wenn der Reiz Sie erregt, dann kann das dazu führen, dass Sie Lust bekommen, mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin intim zu werden. Das muss nicht heißen, dass Sie Lust auf Penetrationssex haben müssen! Alle sexuellen Handlungen, die Ihnen gefallen und auf die Sie in diesem Moment Lust haben, können im Zusammenspiel aus Ihrer Lust und Ihrer sexuellen Erregung passieren. Wenn Sie die Lust und die Erregung aufrechterhalten können, dann können Sie ein positives sexuelles Erlebnis mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin haben und sich ihm/ihr verbunden fühlen.

Dieses Gefühl der Verbundenheit, der Wunsch nach emotionaler und körperlicher Intimität ist die Motivation schlechthin für Frauen, überhaupt Sex haben zu wollen. Die zweite Motivation kann die bloße Befriedigung des Sexualtriebs sein. Aber wie wir ja bereits wissen, ist dieser angeborene Trieb bei vielen Frauen weniger ausgeprägt.

Halten wir fest:

  • Frauen sind responsive Wesen – sie brauchen sexuelle Reize, auf die sie mit sexueller Erregung reagieren können! Daraus kann Lust auf eine sexuelle Begegnung entfacht werden.
  • Ob eine Frau durch einen bestimmten Reiz erregt wird, hängt vom Kontext der Situation ab!
  • Die meisten Frauen sind wenig spontan – sie empfinden häufig keine sexuelle Erregung aus dem Nichts!
  • Frauen können erst sexuell erregt sein und dann Lust empfinden!
  • Das oberste Ziel von Sex ist NICHT der Orgasmus, sondern emotionale und körperliche Nähe!

Wie Sie herausfinden können, welche sexuellen Reize Sie erregen, lesen Sie hier.

Von Alexandra Klein

 

 

Zum Nachlesen:

Frederick, D.A., John, H.K.S., Garcia, J.R. et al. Differences in Orgasm Frequency Among Gay, Lesbian, Bisexual, and Heterosexual Men and Women in a U.S. National Sample. Arch Sex Behav 47, 273–288 (2018). Siehe https://doi.org/10.1007/s10508-017-0939-z

Sexuelle Motivation bei der Frau. Siehe https://www.sexmedpedia.com/sexuelle-motivation-bei-der-frau/

Modelle weiblicher Sexualität. Siehe https://www.sexmedpedia.com/modelle-weiblicher-sexualitaet/

Basson, R. (2002). Female sexual dysfunctions – the new models. Br J Diabetes Vasc Dis2002;2:267–70. Siehe https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/14746514020020040501

Orgasmusstörung

Orgasmusstörungen

Orgasmusstörungen werden auch „gehemmter Orgasmus“ genannt. Dabei tritt der Orgasmus gar nicht, vorzeitig oder nur verzögert auf. Sie kommen bei Frauen häufiger vor, als bei Männern.

Als „Störung“ wird der gehemmte Orgasmus nur bezeichnet, wenn mindestens eine*r der beiden Partner*innen mit ihm unzufrieden ist und er als Mangel erlebt wird. Die Ursachen können vielfältig sein. Erforderlich ist zunächst eine organmedizinische Abklärung durch die Gynäkologie. Falls keine organische Ursache für eine Orgasmusstörung gefunden werden kann, können psychische Gründe vorliegen. Besonders wenn die Störung nur in bestimmten Situationen auftritt und teilweise möglich ist, hat sie meist psychogene Ursachen.

Orgasmusstörung aus der systemischen Perspektive

In der systemischen Beratung/Therapie gehen wir davon aus, dass jedes Verhalten (auch Orgasmusstörungen) einen Grund hat und dass es einen sinnvollen Nutzen dafür gibt. Dabei bezeichnen wir als Berater*innen den gehemmten Orgasmus nicht als Störung, sondern sind gespannt darauf, wozu er hilfreich ist. Das mag im ersten Moment paradox klingen. Aber die Ursachen für sexuelle Störungen liegen meist viel tiefer, als wir denken. Und oft wird über unsere Sexualität etwas ausgetragen, wobei unser Problem ganz woanders liegt.

Ejaculatio praecox / Orgasmusstörung bei Männern

Dies bezeichnet den vorzeitigen Samenerguss. Beziehungsweise die „Unfähigkeit die Ejakulation ausreichend zu kontrollieren, damit der Geschlechtsverkehr für beide Partner befriedigend ist“.

Hier funktioniert die ungestörte Masturbation oft hervorragend und es kommt zu keinem vorzeitigen Samenerguss. Erst mit der Partnerin wird der Orgasmus beeinträchtigt.

Es lässt sich allgemein sagen, dass Männer, die unter Angst oder Stress stehen, Probleme beim Sex haben. Dies ist eine vollkommen natürliche und gesunde Reaktion des Körpers. Unter Stress ergibt es wenig Sinn sich fortzupflanzen, weil man sehr verletzlich und angreifbar ist. Dies hätte uns vor einigen 1000 Jahren das Leben gekostet. Männer reagieren verschieden auf Stress: entweder sie werden schlaff, bevor sie kommen (Erektionsstörungen), oder sie kommen vorzeitig.

Der größte Faktor hierfür ist also immer Stress. Dieser kann nun aus ganz verschiedenen Gründen entstehen. Weil er Performancedruck hat, oder die Angst nicht zu genügen. Nicht wenige Männer fokussieren sich auf ihre Partnerin und übernehmen die Verantwortung dafür, dass sie Spaß hat, obwohl dies nicht ihre Aufgabe ist. Damit setzen sie sich enorm unter Druck und können, wenn dieser zu hoch wird, den Orgasmus nicht aufhalten.

Da sich die Störungen bei Männern und bei Frauen verschieden äußern, schauen wir sie uns nacheinander an:

Orgasmusstörung bei Frauen

Wenn die Ursachen nicht organisch zu erklären sind, liegen sie häufig in der Beziehung. Frauen sind sehr kontextsensibel, was bedeutet, dass sich viele äußere Faktoren auf ihre Erregung auswirken. Paarkonflikte können sich damit auf ihren Orgasmus auswirken. Vermutlich kennen Sie es gut, dass Sie keine Lust auf Sex haben, wenn noch ein ungelöster Streit in der Luft liegt. Oft ist dieser Streit aber nicht so präsent, sondern köchelt schon eine Weile unbewusst vor sich hin. Sie nehmen ihn nicht bewusst wahr, aber er ist da. Anstatt sich mit ihm auseinanderzusetzen, reagiert Ihr Körper auf ihn. Ohne zu wissen, was genau los ist, stellt sich bei Ihnen ein ungutes Gefühl ein und Sie sind nicht in der Lage, einen Orgasmus zu erleben.

Wenn Frauen zudem Intimität, das Gefühl von Zuneigung oder Vertrauen fehlt, fällt es schwer, sich auf den Sex einzulassen und sich so zu entspannen, dass die Erregung wächst, bis es zum Orgasmus kommt. Eine Voraussetzung für einen Orgasmus, ist die immer größer werdende Erregung. In langen Beziehungen nimmt die sexuelle Aufregung und damit auch die Lust, mit der Zeit ab. Dieser kann man durch das entdecken von neuen lustvollen Interessen entgegenwirken. Dafür ist die Kenntnis eigener sexueller Fantasien notwendig. Frauen, denen der Bezug zu ihrer Sexualität und damit auch zu ihren sexuellen Vorstellungen fehlt, haben in langen Partnerschaften Schwierigkeiten, beim Sex so erregt zu werden, dass ein Orgasmus möglich wird.

Wie bei Männern führen auch hier Ängste zu Anspannungen, die Orgasmen unmöglich machen. Das können Gewissensängste oder Beziehungsängste in einer schwierigen Phase oder nach einem Streit sein. Oft sind diese Ängste aber nicht so klar an der Oberfläche, sondern von der Betroffenen nicht auszumachen.

Sexuelle Störungen sind so individuell, wie Ihre Sexualität selbst. Oft ist es unmöglich eigenständig herauszufinden, was die Gründe dafür sind oder Lösungswege zu finden. Man ist in dem Problem gefangen und sieht keinen Ausweg mehr.

Wenn Sie unzufrieden mit Ihrer Sexualität sind und gerne etwas verändern würden, um sich und Ihren Körper wieder lustvoll zu erleben, kontaktieren Sie uns gerne. Wir sind für Sie da und schauen uns Ihr Problem ganz genau an, bis wir gemeinsam herausgefunden haben, welchen Sinn es hat und wie Sie damit so umgehen können, dass Sie Ihre Sexualität wieder frei ausleben können – so, dass sie Ihnen beiden Spaß macht.